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Vorschau auf 2027 | Recherchestand 7. November 2026

Trend-Report Pflege 2027

Warum Marke, Positionierung und Employer Branding wichtiger werden. Zwölf Entwicklungen für Träger der Langzeitpflege und den Blick auf Kliniken.

Von Frank Hüttemann | Pflege die ZukunftVeröffentlicht am 7. November 2026Lesezeit etwa 21 Minuten
Report als PDF anfordernZu den zwölf Entwicklungen

Kurz gesagt

Der Trend-Report Pflege 2027 von Pflege die Zukunft ordnet zwölf Entwicklungen ein, die Marke, Positionierung und Employer Branding in der Langzeitpflege prägen: vom Pflegeneuordnungsgesetz über die neue Pflegefachassistenz bis zum Einsatz von KI im Personalbereich. Die Kernthese lautet: Markenführung wird noch stärker zur Aufgabe der Geschäftsführung. Autor ist Frank Hüttemann. Jede Zahl ist mit ihrer Originalquelle verlinkt, Recherchestand 7. November 2026.

Die wichtigsten Termine 2027 auf einen Blick

  1. 1. Januar 2027Das Pflegefachassistenzgesetz tritt in Kraft. Die bundesweite Ausbildung dauert 18 Monate in Vollzeit.
  2. 7. Juni 2027Frist für erste Entgeltberichte nach EU-Richtlinie ab 150 Beschäftigten. Die deutsche Umsetzung steht noch aus.
  3. 1. Juli 2027Pflegemindestentgelt für Pflegefachkräfte: 21,58 Euro je Stunde. Angestrebter Start der Strukturreform Pflege.
  4. 1. Oktober 2027Abrechnung von Pflegeleistungen nur noch über KIM, auch für die häusliche Krankenpflege.
  5. 2. Dezember 2027Hochrisiko-Regeln des AI Act für Anhang III, darunter bestimmte Systeme zur Bewerberauswahl.

Verfahrensstand, Einordnung und Quellen stehen im Reformkalender.

Den kompletten Report als gestaltetes PDF31 Seiten mit Reformkalender, Studien und Quellenverzeichnis. Kostenlos per E-Mail.

Inhalt

  1. Warum Marke und Positionierung 2027 wichtiger werden
  2. Reformstand und Termine für 2027
  3. Zwölf Entwicklungen für Marke und Arbeitgeberattraktivität
    1. 1Markenführung wird an Führungsentscheidungen überprüfbar
    2. 2Positionierung verbindet das Pflegeangebot mit wirtschaftlicher Verantwortung
    3. 3Mitarbeiterbindung wird zur Arbeit an verlässlichen Bedingungen
    4. 4Neue Berufsprofile machen Entwicklung zum Teil des Arbeitgeberangebots
    5. 5Internationale Personalgewinnung wird zur Aufgabe des gesamten Teams
    6. 6Vergütung und Fairness brauchen verständliche Antworten
    7. 7Digitale Entlastung wird an nutzbarer Zeit gemessen
    8. 8Der Einsatz von KI wird zur Frage des Vertrauens
    9. 9Katholische Identität gewinnt durch erlebte Offenheit ein klares Profil
    10. 10Pflegequalität und Angehörigenkommunikation prägen denselben Ruf
    11. 11Sichtbarkeit entsteht durch konkrete und belegte Antworten
    12. 12Verlässlichkeit wird bei Übergängen und Belastungen sichtbar
  4. Was die Forschung zur Arbeitgebermarke im Gesundheitswesen beiträgt
  5. Was Geschäftsführungen jetzt entscheiden können
  6. Welche Entwicklungen zusätzlich beobachtet werden sollten
  7. Fragen zum Trend-Report Pflege 2027
  8. Wie dieser Report einzuordnen ist
Inhalt des Reports
  1. Warum Marke und Positionierung 2027 wichtiger werden
  2. Reformstand und Termine für 2027
  3. Zwölf Entwicklungen für Marke und Arbeitgeberattraktivität
    1. 1Markenführung wird an Führungsentscheidungen überprüfbar
    2. 2Positionierung verbindet das Pflegeangebot mit wirtschaftlicher Verantwortung
    3. 3Mitarbeiterbindung wird zur Arbeit an verlässlichen Bedingungen
    4. 4Neue Berufsprofile machen Entwicklung zum Teil des Arbeitgeberangebots
    5. 5Internationale Personalgewinnung wird zur Aufgabe des gesamten Teams
    6. 6Vergütung und Fairness brauchen verständliche Antworten
    7. 7Digitale Entlastung wird an nutzbarer Zeit gemessen
    8. 8Der Einsatz von KI wird zur Frage des Vertrauens
    9. 9Katholische Identität gewinnt durch erlebte Offenheit ein klares Profil
    10. 10Pflegequalität und Angehörigenkommunikation prägen denselben Ruf
    11. 11Sichtbarkeit entsteht durch konkrete und belegte Antworten
    12. 12Verlässlichkeit wird bei Übergängen und Belastungen sichtbar
  4. Was die Forschung zur Arbeitgebermarke im Gesundheitswesen beiträgt
  5. Was Geschäftsführungen jetzt entscheiden können
  6. Welche Entwicklungen zusätzlich beobachtet werden sollten
  7. Fragen zum Trend-Report Pflege 2027
  8. Wie dieser Report einzuordnen ist

Ein Arbeitgeberversprechen muss die nächste Frühschicht überstehen.

Auf der Karriereseite steht "Bei uns zählt der Mensch". Morgens um halb sieben zeigt sich, was dieser Satz wert ist. Wer übernimmt, wenn jemand ausfällt? Wie reagiert die Leitung auf einen Einwand? Und erfährt die neue Kollegin rechtzeitig, was sie heute erwartet?

Hier bekommt eine Marke ihre Bedeutung.

Für 2027 erwarten wir, dass genau diese Verbindung an Gewicht gewinnt. Die Pflegeversicherung steht vor einem Umbau. Träger müssen ihr Angebot unter wirtschaftlichem Druck weiterentwickeln. Gleichzeitig bleibt qualifiziertes Personal knapp. Wer Menschen gewinnen und halten will, braucht eine erkennbare Position und einen Arbeitsalltag, der das eigene Versprechen trägt.

Unsere These für das kommende Jahr: Markenführung wird noch stärker zur Aufgabe der Geschäftsführung. Sie verbindet den Auftrag eines Trägers mit den Entscheidungen, die Beschäftigte und Angehörige erleben.

Dieser Report richtet sich vor allem an Geschäftsführungen der Langzeitpflege. Er ordnet zwölf Entwicklungen ein und zeigt, welche Konsequenzen sich für Arbeitgeberattraktivität und Kommunikation ergeben. Die Aussagen über 2027 sind unsere strategische Einschätzung. Beschlossene Regeln und offene Reformvorhaben kennzeichnen wir gesondert.

Warum Marke und Positionierung 2027 wichtiger werden

Der Wettbewerb um Pflegefachpersonen läuft längst. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit kamen zuletzt auf 100 gemeldete Stellen für Pflegefachkräfte 57 arbeitslose Fachkräfte. Die Meldung vom Mai 2026 beschreibt den bestehenden Arbeitsmarkt. Ein plötzlicher Wechsel zum Bewerbermarkt erst im kommenden Jahr lässt sich daraus ebenso wenig ableiten wie freie Wahlmöglichkeiten für jede Person in jeder Region. Bundesagentur für Arbeit, 2026

Für Träger folgt daraus eine Führungsaufgabe: Sie müssen verständlich machen, warum eine fachlich gute Pflege bei ihnen möglich ist. Und sie müssen die Bedingungen dafür schaffen.

Marke gibt Orientierung. Positionierung legt fest, für wen ein Träger welchen besonderen Beitrag leistet. Employer Branding übersetzt diesen Anspruch in ein überprüfbares Arbeitgeberangebot.

Eine systematische Übersichtsarbeit von Karjalainen et al. bündelt elf Studien zur Arbeitgeberattraktivität aus Sicht von Pflegepersonen. Sie verbindet Wohlbefinden und berufliche Entwicklung mit der Verantwortung der Organisation. Auch Markenaufbau gehört zu den beschriebenen Ansatzpunkten. Die Studien sind heterogen und liefern keinen pauschalen Wirkungsfaktor für einzelne Kampagnen. Karjalainen et al., 2025, online 2024

Unsere Einordnung: Je mehr sich Aufgaben und Versorgungsangebote verändern, desto wertvoller wird eine klare Antwort auf die Frage: Wofür stehen wir, und woran kann man das bei uns erkennen?

Reformstand und Termine für 2027

Eine Reformankündigung verändert zunächst die Erwartung. Ein verkündetes Gesetz verändert die rechtliche Grundlage. Für eine tragfähige Strategie brauchen Geschäftsführungen beides im Blick.

ThemaStand am 7. November 2026Bedeutung für 2027
Pflegeneuordnungsgesetz, PNOGRegierungsentwurf. Erste Lesung im Bundestag am 5. November 2026. Änderungen wurden angekündigt.Ein Start von Regelungen ab 2027 ist vorgesehen. Verbindlich wird die abschließend beschlossene und verkündete Fassung.
PflegestrukturkommissionAm 27. Oktober 2026 konstituiert. Vorschläge sollen bis Ende Januar 2027 vorliegen.Das BMG nennt den 1. Juli 2027 als angestrebten Start einer darauf aufbauenden Strukturreform. Inhalt und Umsetzung bleiben offen.
PflegefachassistenzDas neue Bundesgesetz ist verkündet. Wesentliche Berufs- und Ausbildungsregelungen starten zum 1. Januar 2027.Neue Ausbildungswege vorbereiten. Landesrechtliche Übergangsmöglichkeiten berücksichtigen.
Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der PflegeDas Gesetz gilt seit dem 1. Januar 2026.Die Umsetzung bleibt eine Aufgabe. Neue Befugnisse erfordern passende Kompetenzen und die jeweils einschlägigen Regelungen.
PflegemindestentgelteDie 7. Pflegearbeitsbedingungenverordnung enthält die nächste Stufe zum 1. Juli 2027.Im Geltungsbereich steigen die Stundenuntergrenzen auf 16,95 Euro, 18,26 Euro und 21,58 Euro, je nach Qualifikation und Tätigkeit.
EntgelttransparenzDie EU-Richtlinie verlangt erste Berichte bis zum 7. Juni 2027 von Arbeitgebern ab 150 Beschäftigten. Die Umsetzungsfrist lief am 7. Juni 2026 ab. Einen deutschen Gesetzentwurf gab es nach Angaben der Bundesregierung im Juli 2026 noch nicht.Entgeltdaten aus 2026 aufbereiten. Die konkrete nationale Rechtslage und den betroffenen Arbeitgeber prüfen.
Elektronische Abrechnung über KIMDie gematik nennt den 1. Oktober 2027 als verbindlichen Termin für die von ihr beschriebenen elektronischen Pflegeabrechnungen und die häusliche Krankenpflege.Abrechnungswege mit Softwareanbieter und Kostenträgern rechtzeitig testen.
KI im PersonalbereichFür einschlägige Hochrisikosysteme nach Anhang III des AI Act gilt nach der Änderung von 2026 der Termin 2. Dezember 2027.Eingesetzte Systeme nach Zweck und Funktion einordnen. Die Regeln betreffen beispielsweise bestimmte Anwendungen zur Bewerberauswahl.

Quellen zur Tabelle: Bundestag zum PNOG, 5. November 2026, BMG zur Pflegestrukturkommission, Pflegefachassistenzgesetz und Übergangsregeln, BMG zur Befugniserweiterung, 7. PflegeArbbV, Paragraf 2, EU-Entgelttransparenzrichtlinie, Artikel 9, Bundestag zum deutschen Umsetzungsvorhaben, gematik FAQ, EU-Verordnung 2026/1744.

Die Pflegemindestentgelte sind Untergrenzen für erfasste Pflegebetriebe. Krankenhäuser fallen ausdrücklich aus diesem betrieblichen Geltungsbereich. Höhere Ansprüche, etwa aus AVR oder Tarifverträgen, bleiben maßgeblich. 7. PflegeArbbV, Paragraf 1

Für die Entgeltberichte unterscheidet die EU-Richtlinie nach Größe: ab 250 Beschäftigten jährlich, bei 150 bis 249 Beschäftigten alle drei Jahre, jeweils erstmals bis zum 7. Juni 2027. Die Richtlinienvorgaben sollten bei privaten Trägern nicht pauschal als bereits vollständig umgesetzte deutsche Pflichten dargestellt werden.

Zwölf Entwicklungen für Marke und Arbeitgeberattraktivität

1Entwicklung 1: Markenführung wird an Führungsentscheidungen überprüfbar

"Unsere Türen stehen offen" ist schnell gesagt. Ob Beschäftigte mit einem schwierigen Thema tatsächlich hineingehen, entscheidet sich an der Reaktion beim letzten Mal.

2027 sollten Träger ihre Marke stärker als gemeinsame Grundlage für Entscheidungen führen. Welche Zusage geben wir Mitarbeitenden? Welche Konsequenz hat sie für die Leitung eines Wohnbereichs? Was tun wir, wenn wirtschaftliche Vorgaben und fachlicher Anspruch aneinandergeraten?

Die DBfK-Befragung 2026 gibt dafür einen deutlichen Hinweis. Nur 22 Prozent der Teilnehmenden stimmten zu, dass Veränderungen in ihrer Organisation gemeinsam und partizipativ gestaltet werden. Die Onlinebefragung mit mehr als 3.000 Teilnehmenden ist ausdrücklich nicht repräsentativ. Sie zeigt eine relevante Spannung zwischen gewünschter Verantwortung und erlebter Beteiligung. DBfK, 2026

Unsere Empfehlung: Übersetzen Sie jeden zentralen Markenwert in eine Führungsregel. Aus "Respekt" wird beispielsweise: Auf einen gemeldeten Konflikt folgt innerhalb einer vereinbarten Frist eine persönliche Rückmeldung. Die Mitarbeitervertretung gehört in die Entwicklung solcher Regeln.

Prüfen Sie anschließend mit den Teams, ob die Zusage im Alltag ankommt. Das gibt Ihrer Kommunikation Substanz und Ihrer Leitung einen gemeinsamen Maßstab.

2Entwicklung 2: Positionierung verbindet das Pflegeangebot mit wirtschaftlicher Verantwortung

Eine Tochter sucht einen Pflegeplatz für ihren Vater. Auf mehreren Websites findet sie "individuelle Pflege" und "ein engagiertes Team". Ihre eigentliche Frage bleibt offen: Wer passt zu seiner Situation?

Eine tragfähige Positionierung beantwortet genau diese Frage. Sie benennt den besonderen Beitrag eines Hauses und zeigt, welche fachlichen Voraussetzungen dafür vorhanden sind. Ein ambulantes Angebot braucht dabei eine andere Begründung als ein spezialisierter Wohnbereich.

Der finanzielle Druck verschärft diese Aufgabe. Zum 1. Juli 2026 betrug die durchschnittliche monatliche Eigenbeteiligung im ersten Aufenthaltsjahr eines Pflegeheims bundesweit 3.364 Euro. Der vdek weist auf große Unterschiede zwischen den Bundesländern hin, von 2.891 Euro in Sachsen-Anhalt bis 3.761 Euro in Bremen. Der Betrag umfasst die Eigenbeteiligung einschließlich Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. vdek, Juli 2026

Für 2027 erwarten wir deshalb einen höheren Erklärungsbedarf: Was können Familien erwarten? Wie setzt sich der Preis zusammen? Wo liegen die Möglichkeiten des Angebots?

Unsere Empfehlung: Verbinden Sie die Positionierung mit Ihrer Angebotsplanung. Beschreiben Sie Ihre Zielgruppe und den dafür belegbaren Nutzen. Prüfen Sie Personalbedarf und Refinanzierung, bevor Sie neue Leistungen öffentlich versprechen.

Eine klare Marke hilft auch bei einer schwierigen Entscheidung über das Leistungsangebot. Sie gibt einen Maßstab dafür, was zum Auftrag des Trägers passt.

3Entwicklung 3: Mitarbeiterbindung wird zur Arbeit an verlässlichen Bedingungen

Ein freier Nachmittag steht im Kalender. Dann klingelt das Telefon. Für die Einrichtung geht es um eine Schicht. Für die angerufene Person geht es vielleicht um den einzigen gemeinsamen Nachmittag mit dem Kind in dieser Woche.

Solche Erfahrungen gehören in jede Diskussion über Arbeitgebermarken. Die Bundesagentur für Arbeit berichtet, dass knapp die Hälfte der Beschäftigten in Pflegeberufen in Teilzeit arbeitet. Die Gründe unterscheiden sich. Aus dieser Zahl lässt sich keine frei verfügbare Reserve zusätzlicher Arbeitsstunden ableiten. Bundesagentur für Arbeit, 2026

Die europäische Untersuchung Magnet4Europe begleitete 56 Akutkrankenhäuser. In Häusern, die mehr als ein Viertel der Interventionsziele umgesetzt hatten, sank die berichtete Absicht, den Arbeitgeber zu verlassen, um 7,6 Prozentpunkte. Das quasi-experimentelle Design erfasst Zusammenhänge mit Organisationsveränderungen. Die Kennzahl beschreibt Wechselabsichten, keine gemessenen Kündigungen. Aiken et al., Ausgabe 2026, online 2025

Für die Langzeitpflege ist das ein Ansatzpunkt, dessen konkrete Wirkung vor Ort geprüft werden muss.

Unsere Empfehlung: Beginnen Sie mit einem belastbaren Problem. Das kann häufiges Einspringen sein oder eine Einarbeitung, die zu früh endet. Vereinbaren Sie eine Veränderung und prüfen Sie nach drei Monaten, was sie bewirkt.

Wer Bindung verbessern will, sollte regelmäßig mit den Menschen sprechen, die bleiben. Ihre Gründe sind wertvolles Wissen für die nächste Personalentscheidung.

4Entwicklung 4: Neue Berufsprofile machen Entwicklung zum Teil des Arbeitgeberangebots

Eine neue Berufsbezeichnung verändert noch keinen Dienstplan. Erst wenn Aufgaben und Verantwortung zusammenpassen, wird daraus eine bessere Zusammenarbeit.

Mit der bundesweit geregelten Pflegefachassistenz beginnt 2027 ein neuer Ausbildungsrahmen. Die Ausbildung dauert regulär 18 Monate in Vollzeit. Sie soll Pflegeteams mit unterschiedlichen Qualifikationen stärken. Übergangsregeln erlauben unter bestimmten Voraussetzungen weiter landesrechtliche Ausbildungsstarts bis Ende 2027. Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege, Pflegefachassistenzgesetz, Paragraf 52

Zugleich wirkt das seit 2026 geltende Gesetz zur Befugniserweiterung weiter. Für die Praxis zählen die konkrete Qualifikation und die Voraussetzungen der jeweiligen Leistung. Arbeitgeber sollten daraus nachvollziehbare Aufgabenprofile entwickeln. BMG zur Befugniserweiterung

Auch für den Nachwuchs lohnt der genaue Blick. Das BIBB-Pflegepanel beschreibt für das Bezugsjahr 2023 ungenutzte Ausbildungskapazitäten und unterschiedliche Besetzungsprobleme je Versorgungsbereich. Die Veröffentlichung von 2026 ist damit eine Analyse älterer Erhebungsdaten. BIBB-Pflegepanel, 2026

Unsere Empfehlung: Zeigen Sie den Weg vom Einstieg zur nächsten fachlichen Aufgabe. Benennen Sie die Begleitung und die dafür reservierte Zeit. Ein gutes Ausbildungsversprechen beschreibt, wie Lernen bei Ihnen funktioniert.

Damit gewinnt Ihre Arbeitgebermarke ein Argument, das über die erste Unterschrift hinausreicht: eine erkennbare berufliche Zukunft.

5Entwicklung 5: Internationale Personalgewinnung wird zur Aufgabe des gesamten Teams

Die neue Kollegin ist angekommen. Die Anreise hat geklappt. Jetzt beginnen die Fragen, die über Zugehörigkeit entscheiden: Wer erklärt die Übergabe? Wer hilft bei einem Behördenbrief? Und wer hört zu, wenn das Heimweh stärker wird?

Laut Bundesagentur für Arbeit hatten zuletzt 24 Prozent der Beschäftigten in Pflegeberufen in der ambulanten und stationären Pflege eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die Kategorie beschreibt Staatsangehörigkeit. Sie sagt für sich genommen weder etwas über den Ausbildungsort noch über eine internationale Anwerbung aus. Bundesagentur für Arbeit, 2026

Der VKAD verweist zugleich auf Verzögerungen bei Visa und Anerkennung. Damit treffen individuelle Lebensplanung und betriebliche Besetzungsplanung unmittelbar aufeinander. VKAD, September 2026

Unsere Erwartung für 2027: Träger müssen die Qualität des Ankommens ebenso sorgfältig organisieren wie die Anwerbung.

Unsere Empfehlung: Benennen Sie eine verantwortliche Begleitung. Planen Sie Zeit für Sprache im Arbeitsalltag ein und bereiten Sie das aufnehmende Team vor. Anerkennungsverfahren und fachlicher Einsatz müssen zusammenpassen.

Erzählen Sie öffentlich von diesen Abläufen, sobald sie verlässlich funktionieren. Konkrete Unterstützung erklärt eine offene Arbeitgeberkultur überzeugender als ein allgemeiner Satz über Vielfalt.

6Entwicklung 6: Vergütung und Fairness brauchen verständliche Antworten

"Vergütung nach AVR" ist für die Personalabteilung eindeutig. Eine Bewerberin möchte wissen, welcher Betrag bei ihrer Erfahrung und ihrer Arbeitszeit zu erwarten ist.

2027 sollten Träger ihre Vergütung deshalb verständlicher erklären. Dazu gehört die Grundlage der Eingruppierung. Ebenso wichtig ist, wie Zulagen berücksichtigt werden und welche Entwicklung möglich ist.

Die kommende Stufe der Pflegemindestentgelte ist bereits festgelegt. Für erfasste Pflegefachkräfte beträgt die Untergrenze ab Juli 2027 21,58 Euro brutto je Stunde. Ein individuelles Arbeitgeberangebot muss die tatsächlich einschlägigen Ansprüche abbilden. 7. PflegeArbbV, Paragraf 2

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie setzt darüber hinaus einen klaren Rahmen für die Transparenz von Entgelten. Erste Berichte sollen 2027 Daten des Vorjahres erfassen. Die deutsche Umsetzung und ihre konkreten Folgen müssen aktuell geprüft werden. EU-Richtlinie 2023/970

Unsere Empfehlung: Lassen Sie HR und Kommunikation gemeinsam ein nachvollziehbares Vergütungsbeispiel entwickeln. Nennen Sie Wochenstunden und Erfahrungsannahmen. Trennen Sie feste Bestandteile von variablen Zahlungen.

Fairness zeigt sich außerdem intern. Wer vergleichbare Aufgaben übernimmt, sollte verstehen können, wie Unterschiede bei der Vergütung zustande kommen. Das schafft eine belastbare Grundlage für Gespräche.

7Entwicklung 7: Digitale Entlastung wird an nutzbarer Zeit gemessen

Eine digitale Unterschrift hilft wenig, wenn dieselben Angaben anschließend noch einmal übertragen werden müssen. Beschäftigte beurteilen Technik daran, ob ein Ablauf besser funktioniert.

Die Telematikinfrastruktur und ihre Anwendungen bilden dafür einen konkreten Rahmen. Die gematik beschreibt den Zugriff von Pflegeeinrichtungen auf die elektronische Patientenakte und die sichere Kommunikation über KIM. Für die von ihr benannten elektronischen Abrechnungen nennt sie den 1. Oktober 2027 als verbindlichen Termin. gematik zur ePA in der Pflege, gematik FAQ zur Abrechnung

Für die Arbeitgebermarke entsteht daraus eine praktische Frage: Wie gut unterstützt ein Träger seine Beschäftigten bei der Umstellung?

Unsere Empfehlung: Wählen Sie einen häufigen Ablauf, etwa die Überleitung aus dem Krankenhaus. Ermitteln Sie gemeinsam mit den Beteiligten die Rückfragen und Doppelarbeiten. Prüfen Sie nach der Umstellung, welche davon entfallen sind.

Für Schulungen braucht es Zeit im Arbeitsplan und erreichbare Hilfe bei Problemen. Die Aussage "Wir arbeiten digital" gewinnt erst dann Bedeutung, wenn Mitarbeitende davon erzählen können, wie es ihre Arbeit erleichtert.

Ein eingespartes Formular ist ein kleiner Fortschritt. Ein verlässlich funktionierender Übergang kann für ein ganzes Team einen Unterschied machen.

8Entwicklung 8: Der Einsatz von KI wird zur Frage des Vertrauens

Ein System kann eine Stellenanzeige entwerfen. Ein anderes bewertet Bewerbungen. Beide Anwendungen verlangen unterschiedliche Entscheidungen.

Für 2027 erwarten wir, dass Träger diese Unterschiede genauer klären müssen. Besonders im Personalbereich geht es darum, wie Entscheidungen entstehen und wer dafür verantwortlich bleibt.

Die EU-Kommission zählt bestimmte Anwendungen zur Personalauswahl zu den Hochrisikofällen des AI Act. Nach der Änderung von 2026 ist dafür der 2. Dezember 2027 der zentrale Anwendungstermin. Die Einordnung hängt vom konkreten System und seiner Nutzung ab. EU-Kommission zum AI Act

Unsere Empfehlung: Führen Sie eine Übersicht über die eingesetzten Anwendungen. Regeln Sie, welche Daten verwendet werden dürfen und wer Ergebnisse prüft. Beziehen Sie Datenschutz und Mitarbeitervertretung frühzeitig ein.

Für die Markenkommunikation gilt ein einfacher Maßstab: Aussagen über Ihr Haus müssen fachlich stimmen. Bilder und Geschichten müssen einen ehrlichen Eindruck vermitteln. Ein erfundener Bericht aus dem Team beschädigt genau das Vertrauen, das Employer Branding aufbauen soll.

Beginnen Sie mit einer überschaubaren Anwendung und einer überprüfbaren Aufgabe. Bewerten Sie neben dem Zeitgewinn auch den Aufwand für Korrektur und Kontrolle.

9Entwicklung 9: Katholische Identität gewinnt durch erlebte Offenheit ein klares Profil

Ein katholischer Träger hat einen Auftrag, der weit in die eigene Geschichte zurückreicht. Für Beschäftigte wird dieser Auftrag im heutigen Umgang miteinander erfahrbar.

Wie spricht eine Führungskraft über einen Fehler? Wie begleitet das Haus Menschen am Lebensende? Und wie erlebt eine Kollegin mit einer anderen Religion ihren Platz im Team?

Die Caritas erläutert in ihren Arbeitgeberinformationen, dass Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit und Lebensform bei ihr arbeiten. Zugleich benennt sie besondere Anforderungen für bestimmte profilprägende oder verkündigungsnahe Aufgaben. Solche Unterschiede sollten Arbeitgeber konkret und verständlich erklären. Caritas FAQ zum Arbeiten bei der Caritas

Unsere Einschätzung für 2027: Das christliche Profil kann ein starkes Arbeitgeberargument sein, wenn Beschäftigte es als verlässliche Haltung erleben. Dafür braucht es sichtbare Konsequenzen im Arbeitsalltag.

Unsere Empfehlung: Formulieren Sie, was Ihr Auftrag für die Zusammenarbeit bedeutet. Beschreiben Sie anschließend eine bestehende Praxis, die diesen Anspruch trägt. Das kann eine regelmäßige ethische Fallbesprechung sein oder ein klarer Weg, Unterstützung zu erhalten.

Ein Satz wie "Nicht Heim, sondern Heimat" kann eine Richtung vorgeben. Ob daraus Zugehörigkeit entsteht, zeigt sich im täglichen Miteinander. Genau dort beginnt die Verantwortung der Marke.

10Entwicklung 10: Pflegequalität und Angehörigenkommunikation prägen denselben Ruf

Eine Familie kann die fachliche Qualität einer Einrichtung oft erst nach und nach beurteilen. Schon beim ersten Kontakt erlebt sie, ob jemand zuhört und verständlich antwortet.

Der Medizinische Dienst Bund beschreibt in seinem Report 2026 einen erheblichen Beratungsbedarf, besonders zu Beginn einer Pflegebiografie und bei Versorgung ohne professionelle Unterstützung. Für 2025 nennt er sechs Millionen Leistungsbeziehende der sozialen Pflegeversicherung. Diese Bezugsgruppe ist von der Gesamtheit aller Pflegebedürftigen einschließlich privat Versicherter zu unterscheiden. Medizinischer Dienst Bund, Report Pflegebedürftigkeit 2026

Zugleich richtet sich das neue ambulante Qualitätssystem seit Juli 2026 stärker auf die Ergebnisse der Versorgung aus. Für die Kommunikation bedeutet das: Qualitätsaussagen brauchen eine erkennbare Grundlage und den passenden zeitlichen Bezug. Medizinischer Dienst Bund zur ambulanten Qualitätsprüfung

Unsere Empfehlung: Verbinden Sie Qualitätsmanagement und Kommunikation. Erklären Sie ein fachlich wichtiges Thema so, dass Angehörige es verstehen. Benennen Sie bei veröffentlichten Ergebnissen den Geltungsbereich und das Prüfdatum.

Verlässliche Rückmeldungen gehören ebenfalls dazu. Wenn ein Anliegen weitergegeben wird, sollte klar sein, wer antwortet. Das entlastet Familien und schützt Teams vor vermeidbaren Konflikten.

11Entwicklung 11: Sichtbarkeit entsteht durch konkrete und belegte Antworten

"Wir bieten beste Pflege" lässt viele Fragen offen. "So organisieren wir die Einarbeitung in unserem ambulanten Dienst" gibt Menschen einen Grund, genauer hinzusehen.

Für 2027 erwarten wir, dass solche konkreten Antworten für die digitale Sichtbarkeit weiter an Bedeutung gewinnen. Das gilt für klassische Suchmaschinen ebenso wie für Antworten mit KI-Unterstützung.

Google erläutert, dass für seine KI-Suchfunktionen die grundlegenden SEO-Prinzipien weiter gelten. Inhalte müssen auffindbar und als Text zugänglich sein. Ein besonderes KI-Schema oder zusätzliche KI-Textdateien verlangt Google dafür nicht. Eine Aufnahme in Antworten ist auch bei erfüllten Voraussetzungen nicht garantiert. Google Search Central zu KI-Suchfunktionen

Unsere Empfehlung: Veröffentlichen Sie Antworten auf Fragen, die im Bewerbungsgespräch und im Erstkontakt tatsächlich gestellt werden. Zeigen Sie Zuständigkeiten und den Stand der Informationen. Verlinken Sie bei fachlichen Aussagen die zugrunde liegende Quelle.

Für die Pflege gilt außerdem: Zugänglichkeit ist Teil einer guten Beziehung. Prüfen Sie Lesbarkeit und Bedienbarkeit Ihrer wichtigsten Kontaktwege. Die konkrete rechtliche Pflicht nach dem BFSG hängt vom Angebot ab, etwa von erfassten Verbraucherdienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr. Bundesfachstelle Barrierefreiheit

Eine gute Website macht das eigene Angebot verständlich. Diese Klarheit hilft Menschen bei ihrer Entscheidung.

12Entwicklung 12: Verlässlichkeit wird bei Übergängen und Belastungen sichtbar

Eine Entlassung am Freitagnachmittag. Ein sehr heißer Tag. Ein Systemausfall. In solchen Situationen zeigt sich, wie gut ein Träger vorbereitet ist und mit seinen Partnern zusammenarbeitet.

Die 2026 angepasste Krankenhausreform hält an der Entwicklung der Versorgungsstrukturen fest. Für Pflegeeinrichtungen lohnt deshalb der Blick auf die konkreten Veränderungen in der eigenen Region. Verlässliche Überleitungen werden zu einem wichtigen Feld gemeinsamer Arbeit. Bundesregierung zur angepassten Krankenhausreform

Die BGW beschreibt zugleich die doppelte Belastung durch Hitze: Sie betrifft Beschäftigte und die Menschen, die sie versorgen. Hitzeschutz gehört damit in die Arbeitsorganisation und in die Verantwortung des Trägers. BGW zum Hitzeschutz in der Pflege

Auch die digitale Abhängigkeit verlangt Vorbereitung. Das deutsche NIS-2-Umsetzungsgesetz gilt seit Dezember 2025. Welche zusätzlichen Pflichten einen Träger treffen, hängt von seiner konkreten Einordnung ab. Ein geübter Umgang mit einem Systemausfall ist darüber hinaus für jede digital arbeitende Einrichtung sinnvoll. BSI zu NIS-2

Unsere Empfehlung: Prüfen Sie mit den Teams einen kritischen Übergang. Klären Sie, wer entscheidet und wie die Beteiligten informiert werden. Üben Sie den Ablauf, bevor eine Belastungssituation eintritt.

So bekommt das Wort "verlässlich" einen Inhalt, den Menschen erleben können.

Wer dabei hilft

Vom Report in die eigene Organisation

Pflege die Zukunft begleitet Träger dabei, aus diesen Entwicklungen eine klare Position und ein Arbeitgeberangebot zu machen, das im Alltag hält. Von der Positionierung über die Arbeitgebermarke bis zum verantwortlichen Einsatz von KI.

Positionierung und MarkeEmployer Branding PflegeKI-BeratungPflegemarketingErstgespräch vereinbaren

Was die Forschung zur Arbeitgebermarke im Gesundheitswesen beiträgt

Für eine glaubwürdige Markenstrategie lohnt es sich, genau zwischen Markenbild und erlebter Arbeit zu unterscheiden. Beides hängt zusammen. Die Forschung untersucht dafür unterschiedliche Ausschnitte.

VeröffentlichungWas sie untersuchtWas wir daraus für die Praxis mitnehmen
Schätzle et al., 2022Entwicklung und Prüfung eines Messinstruments für die Persönlichkeit von Arbeitgebermarken im Gesundheitswesen. Grundlage sind unter anderem drei Onlinebefragungen von Pflegepersonal.Das Arbeitgeberbild lässt sich differenzierter untersuchen als mit einer einzigen Zufriedenheitsfrage. Die Studie belegt kein bestimmtes Umsatz- oder Recruitingplus.
Aeschbacher und Addor, 2021Analyse von 4.844 Arbeitgeberwechseln bei 3.011 Pflegepersonen in der Schweiz. Unterschiede zwischen Einrichtungstypen stehen im Mittelpunkt.Prüfen, was Menschen zum eigenen Angebot hinzieht und was sie wegführt. Die Übertragung auf deutsche Träger verlangt einen eigenen regionalen Abgleich.
Karjalainen et al., 2025Systematische Übersichtsarbeit zur Arbeitgeberattraktivität in der Pflege. Elf Studien, Literatursuche im August 2023.Arbeitsbedingungen und berufliche Perspektiven in die Positionierung einbeziehen. Aus den unterschiedlichen Designs lässt sich kein einheitlicher Kampagneneffekt berechnen.
Aiken et al., Magnet4Europe, Ausgabe 2026Quasi-experimentelle Untersuchung von Organisationsveränderungen in 56 europäischen Akutkrankenhäusern.Arbeitgeberattraktivität mit Veränderungen der Arbeitsumgebung verbinden. Die Untersuchung liefert keine direkte Wirkungszahl für Pflegeheimwerbung.
Biernoth, 2016Empirische Masterarbeit zu Employer und Behavioral Branding in ausgewählten Krankenhäusern der Deutschschweiz.Eine ergänzende deutschsprachige Grundlage zum Zusammenhang von Verhalten und Arbeitgebermarke. Die ältere Untersuchung ersetzt keine aktuelle Marktanalyse.

Unsere Schlussfolgerung aus diesen unterschiedlichen Arbeiten: Markenführung gewinnt an Wert, wenn sie die Stärken eines Arbeitgebers präzise beschreibt und ihre Weiterentwicklung unterstützt. Eine allgemein gültige Formel wie "starke Marke gleich dreimal mehr Bewerbungen" tragen diese Quellen nicht.

Was Geschäftsführungen jetzt entscheiden können

Den eigenen Arbeitgeberanspruch prüfen

Fragen Sie Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen, welche Zusage des Hauses sie tatsächlich erleben. Fragen Sie auch, an welcher Stelle das Versprechen im Alltag brüchig wird. Hören Sie neuen Beschäftigten ebenso zu wie langjährigen Kolleginnen und Kollegen.

Verdichten Sie die Antworten zu einem klaren Anspruch. Er sollte zu Ihrem Auftrag passen und eine konkrete Erwartung wecken. Ein Satz, den jedes andere Haus unterschreiben könnte, braucht weitere Arbeit.

Eine spürbare Verbesserung verbindlich machen

Wählen Sie ein Thema, das Beschäftigte unmittelbar betrifft und das Sie beeinflussen können. Legen Sie eine verantwortliche Person und einen Prüftermin fest. Die Entscheidung über nötige Ressourcen gehört dazu.

Vereinbaren Sie anschließend, woran das Team eine Verbesserung erkennt. Bei der Einarbeitung kann das zum Beispiel eine verlässlich verfügbare Begleitung sein. Welche Wirkung das auf Bindung hat, prüfen Sie im weiteren Verlauf.

Die Positionierung nach außen nachvollziehbar machen

Zeigen Sie auf der Website, was Ihr Haus auszeichnet und für wen das wichtig ist. Nutzen Sie konkrete Abläufe als Belege. Lassen Sie Mitarbeitende freiwillig und mit ihrer eigenen Perspektive zu Wort kommen.

Eine überzeugende Geschichte kann von einer veränderten Übergabe handeln. Sie braucht einen konkreten Anlass und eine nachvollziehbare Verbesserung. Große Versprechen machen sie selten besser.

Die Wirkung gemeinsam betrachten

FrageGeeigneter betrieblicher Anhaltspunkt
Halten wir unsere Zusagen im Arbeitsalltag?Rückmeldungen zur Einarbeitung oder Zahl kurzfristiger Dienstplanänderungen, jeweils mit klarer Definition.
Gewinnen wir passende Menschen?Qualifizierte Kontakte und tatsächliche Einstellungen, getrennt nach Berufsgruppe und Standort.
Bleiben neue Beschäftigte?Verbleib nach sechs und zwölf Monaten für ausreichend große Eintrittsgruppen.
Verstehen Interessierte unser Angebot?Rückfragen aus Erstgesprächen und Nutzung der dafür vorgesehenen Informationsseiten.

Bewerten Sie Entwicklungen über einen sinnvollen Zeitraum. Kleine Gruppen und saisonale Schwankungen können das Bild verändern. Ein einzelner guter Monat beweist noch keinen Zusammenhang mit einer Maßnahme.

Welche Entwicklungen zusätzlich beobachtet werden sollten

Für die nächste Aktualisierung sind vor allem die abschließende PNOG-Fassung und die Empfehlungen der Pflegestrukturkommission relevant. Sobald konkrete Regeln vorliegen, müssen Leistungsangebot und Personalplanung erneut zusammen betrachtet werden.

Der VKAD warnt beim geplanten Sozialraumbudget vor möglichen Einnahmeausfällen für bestehende Angebote. Diese Position macht eine zentrale Geschäftsführungsfrage sichtbar: Welche Folgen hätte eine veränderte Finanzierung für die eigene Versorgung und die vorhandenen Teams? Es handelt sich um eine Bewertung des Entwurfs, nicht um einen bereits eingetretenen Effekt. VKAD, 4. November 2026

Demografische Vorausberechnungen bleiben ein weiterer Bezugspunkt. Destatis modelliert für 2049 je nach Variante einen rechnerischen Pflegekräfteengpass von 280.000 bis 690.000 Personen. Das sind langfristige Szenarien mit definierten Annahmen. Sie beschreiben weder offene Stellen im Jahr 2027 noch ausschließlich die Langzeitpflege. Destatis zur Pflegekräftevorausberechnung

Für einzelne Träger können außerdem Veränderungen bei Demenzversorgung und palliativer Begleitung relevant sein. Gleiches gilt für die Vereinbarkeit von Beruf und eigener Angehörigenpflege. Ob daraus ein Schwerpunkt der Positionierung wird, entscheidet der regionale Bedarf zusammen mit der vorhandenen Kompetenz.

Fragen zum Trend-Report Pflege 2027

Was ist die wichtigste Entwicklung für Pflegearbeitgeber 2027?

Unsere zentrale Einschätzung ist, dass eine überprüfbare Arbeitgebermarke an Bedeutung gewinnt. Reformen und wirtschaftlicher Druck erhöhen den Bedarf an Orientierung. Ein klares Angebot verbindet die Position des Trägers mit den Bedingungen, die Mitarbeitende erleben.

Ist das PNOG bereits beschlossen?

Am 7. November 2026 befindet sich das Pflegeneuordnungsgesetz im parlamentarischen Verfahren. Die erste Lesung fand am 5. November statt. Der Entwurf kann sich noch ändern. Deutscher Bundestag

Wie hoch ist der Pflegemindestlohn ab Juli 2027?

Die 7. Pflegearbeitsbedingungenverordnung legt zum 1. Juli 2027 Stundenuntergrenzen von 16,95 Euro, 18,26 Euro und 21,58 Euro fest, je nach Qualifikation und Tätigkeit. Für erfasste Pflegefachkräfte sind es 21,58 Euro brutto je Stunde. Krankenhäuser fallen nicht in den betrieblichen Geltungsbereich. Höhere Ansprüche aus AVR oder Tarifverträgen bleiben maßgeblich. 7. PflegeArbbV, Paragraf 2

Ab wann startet die neue Ausbildung zur Pflegefachassistenz?

Wesentliche Berufs- und Ausbildungsregelungen des Pflegefachassistenzgesetzes starten zum 1. Januar 2027. Die Ausbildung dauert regulär 18 Monate in Vollzeit. Übergangsregeln erlauben unter bestimmten Voraussetzungen weiter landesrechtliche Ausbildungsstarts bis Ende 2027. Pflegefachassistenzgesetz, Paragraf 52

Was bedeutet Employer Branding in der Pflege?

Employer Branding bedeutet, ein klares Arbeitgeberangebot zu entwickeln und glaubwürdig erfahrbar zu machen. Dazu gehören die Bedingungen der Zusammenarbeit und die Kommunikation darüber. Beschäftigte brauchen nachvollziehbare Antworten darauf, was sie erwartet.

Wie hängen Positionierung und Mitarbeiterbindung zusammen?

Eine klare Positionierung beschreibt, für welche Menschen und Aufgaben ein Träger ein passendes Arbeitsumfeld bietet. Bindung entsteht dann im weiteren Erleben. Stimmen Erwartung und Erfahrung überein, hat das Arbeitgeberversprechen eine belastbare Grundlage. Die Wirkung muss im jeweiligen Haus überprüft werden.

Welche Chance haben katholische Träger?

Ihr Auftrag kann eine klare Grundlage für die Arbeitgebermarke geben. Entscheidend ist, welche Konsequenzen er für die Zusammenarbeit hat. Eine erlebbare Kultur der Zugehörigkeit macht das Profil für unterschiedliche Menschen verständlich.

Wie wird eine Pflegeeinrichtung in KI-Antworten besser auffindbar?

Hilfreich sind konkrete Informationen mit erkennbarer Verantwortung und nachvollziehbaren Quellen. Die technischen Voraussetzungen der jeweiligen Suchplattform müssen erfüllt sein. Für Google gelten die bekannten SEO-Grundlagen auch bei den KI-Suchfunktionen. Eine Nennung bleibt eine Entscheidung des Systems. Google Search Central

Wer hat den Trend-Report Pflege 2027 erstellt?

Autor und Herausgeber ist Frank Hüttemann. Er ist Markenstratege mit über 30 Jahren Erfahrung, Gründer von Pflege die Zukunft und Geschäftsführer der Haltwerk GmbH in Wetzlar. Der Report gibt den Recherchestand vom 7. November 2026 wieder. Frank Hüttemann

Gibt es den Trend-Report Pflege 2027 als PDF?

Ja. Die PDF-Fassung mit 31 Seiten können Sie auf dieser Seite kostenlos anfordern. Nach der Bestätigung Ihrer E-Mail-Adresse erhalten Sie den Download-Link. Die vollständige Online-Fassung mit allen Quellen ist frei zugänglich. PDF anfordern

Wie dieser Report einzuordnen ist

Pflege die Zukunft verbindet in diesem Report öffentlich zugängliche Forschung mit amtlichen Daten und den aktuellen Gesetzgebungsverfahren. Der Schwerpunkt liegt auf der deutschen Langzeitpflege. Internationale Studien ergänzen die Perspektive, wo sie für Markenführung und Arbeitgeberattraktivität relevante Zusammenhänge untersuchen.

Der Report ist eine strategische Quellenanalyse und enthält keine eigene repräsentative Erhebung. Unsere Empfehlungen sind aus den Befunden abgeleitete Vorschläge. Die Einschätzung für 2027 ist eine Vorschau auf Grundlage des Wissensstands vom 7. November 2026.

Bei Befragungen unterscheiden wir zwischen Wahrnehmungen, Absichten und beobachtetem Verhalten. Veröffentlichungsjahr und Bezugsjahr können auseinanderliegen. Bei Reformvorhaben zählt der jeweilige Verfahrensstand.

Die verlinkten Quellen stehen bei den zugehörigen Aussagen. Für eine aktualisierte Ausgabe sollten besonders Änderungen an Leistungsrecht und Vergütung erneut geprüft werden. Das gilt ebenso für die Umsetzung europäischer Regeln.

Zitiervorschlag: Hüttemann, Frank: Trend-Report Pflege 2027. Pflege die Zukunft, Recherchestand 7. November 2026. https://www.pflege-die-zukunft.de/trend-report-pflege-2027 (Abrufdatum ergänzen).

Pflege ist Beziehung. Eine starke Marke gibt dieser Beziehung einen verlässlichen Rahmen.

2027 wird dieser Rahmen gebraucht. Im Gespräch mit einer Bewerberin. Bei einer schwierigen Führungsentscheidung. Und morgens um halb sieben, wenn ein Versprechen zeigen muss, ob es trägt.

Frank Hüttemann, Autor des Trend-Reports Pflege 2027

Autor und Herausgeber

Frank Hüttemann

Markenstratege mit über 30 Jahren Erfahrung, Gründer von Pflege die Zukunft und Geschäftsführer der Haltwerk GmbH in Wetzlar. Mehr zum Team und den Autoren.

Alle Quellen dieses Reports (34)
  1. Bundesagentur für Arbeit, 2026
  2. Karjalainen et al., 2025, online 2024
  3. Bundestag zum PNOG, 5. November 2026
  4. BMG zur Pflegestrukturkommission
  5. Pflegefachassistenzgesetz und Übergangsregeln
  6. BMG zur Befugniserweiterung
  7. 7. PflegeArbbV, Paragraf 2
  8. EU-Entgelttransparenzrichtlinie, Artikel 9
  9. Bundestag zum deutschen Umsetzungsvorhaben
  10. gematik FAQ
  11. EU-Verordnung 2026/1744
  12. 7. PflegeArbbV, Paragraf 1
  13. DBfK, 2026
  14. vdek, Juli 2026
  15. Aiken et al., Ausgabe 2026, online 2025
  16. Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege
  17. BMG zur Befugniserweiterung
  18. BIBB-Pflegepanel, 2026
  19. VKAD, September 2026
  20. gematik zur ePA in der Pflege
  21. EU-Kommission zum AI Act
  22. Caritas FAQ zum Arbeiten bei der Caritas
  23. Medizinischer Dienst Bund, Report Pflegebedürftigkeit 2026
  24. Medizinischer Dienst Bund zur ambulanten Qualitätsprüfung
  25. Google Search Central zu KI-Suchfunktionen
  26. Bundesfachstelle Barrierefreiheit
  27. Bundesregierung zur angepassten Krankenhausreform
  28. BGW zum Hitzeschutz in der Pflege
  29. BSI zu NIS-2
  30. Schätzle et al., 2022
  31. Aeschbacher und Addor, 2021
  32. Biernoth, 2016
  33. VKAD, 4. November 2026
  34. Destatis zur Pflegekräftevorausberechnung

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  • 31 Seiten im Layout von Pflege die Zukunft
  • Zwölf Entwicklungen mit je einer konkreten Empfehlung
  • Reformkalender 2027 und Termine auf einen Blick
  • Fünf Studien und alle Quellen zum Anklicken
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